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Deutschland und die USA verstärken ihre Zusammenarbeit

Unter den Industrieländern sind die USA Deutschlands wichtigster Partner in der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit. In allen Bereichen der Wissenschaft und Forschung sorgen eine Fülle von Initiativen sowie jährlich einige tausend öffentlich geförderte Wissenschaftler- und Studentenaufenthalte im jeweils anderen Land sowie ein traditionell intensiver Informationsaustausch für eine Vielzahl gemeinsamer oder einander ergänzender Forschungsvorhaben

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA ist dezentral organisiert und wird von den Forschungsorganisationen, Forschungsinstituten bzw. Forschern selbstständig betrieben. Das im Februar 2010 unterzeichnete Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit verleiht der Kooperation einen übergeordneten Rahmen. Außerdem wurden mehr als 50 bilaterale Kooperationsvereinbarungen zwischen Einzelinstitutionen abgeschlossen, die die Basis für ein enges Netzwerk deutsch-amerikanischer Forschungsprojekte bilden.

Das WTZ-Abkommen zwischen den USA und der Europäischen Union von 1998 unterstreicht die europäische Dimension der Forschungszusammenarbeit, die die mittel- und osteuropäischen Staaten einbezieht, und schafft weitere Kooperationschancen.

Schwerpunkte der Kooperation zwischen Deutschland und den USA

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf alle Bereiche von Forschung, Wissenschaft und Technologie. Im Rahmen des Besuchs von Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan in den USA im Februar 2010 haben bilaterale Arbeitsgruppen zu den Themen Energie, Klimaforschung und Gesundheit  eine  Intensivierung der Zusammenarbeit in diesen Gebieten vorbereitet.. Hervorzuheben sind außerdem Kooperationen in der physikalischen Grundlagenforschung sowie zu den Themen und Umwelt- und Sicherheitsforschung.

  • Viele deutsch-amerikanische Projektpartner kooperieren in der Klimaforschung und der Umwelttechnologie im Rahmen weltweiter Forschungsnetzwerke. Untersuchungsgegenstand sind die vielfältigen Wechselbeziehungen im Gesamtsystem Erde, im Klimasystem (z. B. El Niño-Phänomen) und in der Ozonschicht.
  • Im Bereich der regenerativen Medizin wurde im September 2009 eine Vereinbarung zwischen dem BMBF und dem California Institute for Regenerative Medicine (CIRM) unterzeichnet. Erste gemeinsame Projekte wurden im Jahr 2010 begonnen. Eine Ausweitung der Kooperation ist vorgesehen.
  • Ebenfalls 2009 haben BMBF und NSF eine Kooperationsvereinbarung im Bereich der "computational neuroscience" geschlossen.
  • Ein Regierungsabkommen zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der zivilen Sicherheitsforschung wurde 2009 zwischen den USA und Deutschland abgeschlossen. Erste bilaterale Projekte zu den Themen Containersicherheit und Visual Analytics werden seit 2010 gefördert.
  • Im Bereich der beruflichen Bildung kooperieren das BIBB und das Department of Education auf dem Gebiet international wettbewerbsfähiger Qualifikationsstandards in der Automobilindustrie mit Schwerpunkt auf der Elektroautotechnologie und im Bereich "grüner" Berufe.
  • Am 24. Juli 2001 wurde eine Vereinbarung zwischen dem BMBF und dem Energieministerium der Vereinigten Staaten von Amerika (DOE) über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der dichten Plasmen unterzeichnet. Es ist die erste Vereinbarung auf der Grundlage eines Ressortabkommens zwischen den Ministerien vom 20. Februar 1998. Damit wird die völkerrechtliche Grundlage für eine Forschungskooperation zwischen der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) und drei amerikanischen Nationallaboratorien, dem Lawrence Livermore Nationalen Laboratorium (LLNL), dem Lawrence Berkeley Nationalen Laboratorium (LBNL) und dem Princeton Laboratorium für Plasmaphysik (PPPL), geschaffen. Gegenstand der Kooperation ist unter anderem der Aufbau des weltweit einzigartigen Lasersystems PHELIX, das in Kombination mit dem an der GSI zur Verfügung stehenden intensiven Schwerionenstrahl völlig neuartige Experimente ermöglichen wird.
  • Ein weiteres Beispiel für die enge transatlantische Kooperation ist die Errichtung sowie gemeinsame Nutzung wissenschaftlicher Großgeräte in den USA und Europa. Hierzu gehören die Mitwirkung der USA und Kanadas bei DESY. Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich entwickeln ein Instrument für die im Bau befindliche weltweit leistungsfähigste Spallationsneutronenquelle SNS in Oak Ridge. Zudem kooperieren deutsche und US-amerikanische Forschungseinrichtungen beim Bau des Neutrinoteleskops ICECUBE am Südpol sowie des Radioteleskops ALMA in Chile.
  • Das Deutsche Historische Institut (DHI) Washington widmet sich der Kooperation zwischen deutschen und amerikanischen Geschichtswissenschaftlern.
  • Hervorzuheben sind auch die vielfältigen Programme zum Austausch von Studenten und Wissenschaftlern. Hier engagieren sich u.a. der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Fulbright-Stiftung.
  • Unter dem Titel "Deutschland - Land der Ideen" wird seit 2007 jährlich ein gemeinsamer Messeauftritt der deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen sowie der Universitäten bei der European Career Fair am MIT in Boston realisiert.

Ein Höhepunkt der bilateralen Kooperation

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, der Deutsche Botschafter in den USA, Dr. Klaus Scharioth, und der stellvertretenden Außenminister der USA, James B. Steinberg, unterzeichneten am 10. Februar 2010 ein Rahmenabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA über die wissenschaflich-technologische Zusammenarbeit. Auf Basis des Abkommens soll die Forschungszusammenarbeit zwischen beiden Staaten in Bereichen gemeinsamen Interesses und strategischer Bedeutung ausgebaut werden.

Förderung der Zusammenarbeit mit den USA

Das BMBF fördert vor allem Projekte zu den Themen Klima- und Polarforschung, Gesundheitsforschung, Sicherheitsforschung sowie Geowissenschaften. Außerdem werden von Seiten des für die Zusammenarbeit mit den USA zuständigen Länderreferates Mittel für Anbahnungsaktivitäten, Workshops, den Wissenschaftleraustausch und für die Nachwuchsförderung aufgewendet. Maßnahmen zur Werbung für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Besondere Aktivitäten des BMBF (Fachabteilungen) und der Wissenschafts- und Mittlerorganisationen

Das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus in New York wurde am 19.02.2010 von Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan und dem deutschen Botschafter Dr. Klaus Scharioth eröffnet. Es soll wesentlich zur Erhöhung der Sichtbarkeit der deutschen Forschung und Entwicklung und zur Bündelung der Aktivitäten der deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen, der Hochschulen und der innovativen Unternehmen beitragen.


 

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